6) Fasten gegen Alterskrankheiten und Krebs?

Wer stark, gesund und jung bleiben will, sei mäßig, übe den Körper, atme reine Luft und heile sein Weh eher durch Fasten als durch Medikamente. Hippokrates von Kos (460 bis etwa 377 vor Christus)

Die jahrtausendalte Tradition des Fastens ist Bestandteil vieler Religionen. Nach Hippokrates hat die Nahrung eine schädliche Wirkung, wenn der Körper nicht durch Fasten gereinigt ist. Tatsächlich ist das Fasten nicht nur eine gewichtsreduzierende Maßnahme, sondern wird als Körperentschlackung und Reinigung angesehen. Gleichsam spielt die Ernährung eine entscheidende Rolle bei Alterungsprozessen. Zahlreiche Studien weisen darauf hin, dass Diät das Lebensalter erhöhen und die Entstehung altersbedingter Erkrankungen verhindern oder verzögern kann. 

Diät-Versuche an Nagern, Hunden und Affen legen nahe, dass eine tägliche Kalorienrestriktion ohne Mangelernährung zu einem gesünderen und höheren Alter führen kann. Vor allem Ergebnisse mit Primaten machen diese Tierversuche aussagekräftig für den Mensch. Photo by FrankHolleman on Unsplash

Unter anderem wurde dies durch Untersuchungen an Tieren festgestellt, die unter einer hypokalorischen Ernährung gehalten wurden, d.h. sie wurden auf strenge Diät gesetzt. Diät-Ratten bewegten sich deutlich mehr verglichen zu gut gesättigten Tieren, die selbst im jugendlichem Alter träge im Käfig lagen und früher verstarben als die Diät-Ratten.1

Von hoher Relevanz für den Mensch sind Diät-Versuche mit Rhesusaffen, die am Wisconsin-Madison Primatenzentrum in den USA durchgeführt wurden. Die Hälfte von 76 der Affen durfte zeitlebens soviel essen wie sie wollte. Die andere Hälfte musste ab dem 15. Lebensjahr eine strenge Diät einhalten, die um 30% kalorienreduziert war. Das Resultat: auch im hohen Affen-Greisenalter von 27 Jahren waren noch 80% der Diät-Affen am Leben, während in der „All-you-can-eat“ Gruppe bereits die Hälfte verstorben war.2 Ebenso hat die Diät altersabhängige Erkrankungen, wie Diabetes, Krebs, Herz-/Kreislauferkrankungen, Gehirnatrophie und die Gesamtsterblichkeit reduziert.2, 3 Diese Daten weisen darauf hin, dass eine Nahrungseinschränkung die nachteiligen Effekte einer Überernährung auch beim Menschen vermindern und Alterungsprozesse verlangsamen könnte.

Referenzen

1.         McCarter RJ, Shimokawa I, Ikeno Y, Higami Y, Hubbard GB, Yu BP, McMahan CA. Physical activity as a factor in the action of dietary restriction on aging: effects in Fischer 344 rats. Aging (Milano) 1997;9:73-9.

2.         Colman RJ, Anderson RM, Johnson SC, Kastman EK, Kosmatka KJ, Beasley TM, Allison DB, Cruzen C, Simmons HA, Kemnitz JW, Weindruch R. Caloric restriction delays disease onset and mortality in rhesus monkeys. Science 2009;325:201-4.

3.         Colman RJ, Beasley TM, Kemnitz JW, Johnson SC, Weindruch R, Anderson RM. Caloric restriction reduces age-related and all-cause mortality in rhesus monkeys. Nat Commun 2014;5:3557.

unsplash-logoFrank Holleman

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